Zeit ist eine kostbare, wenn nicht die kostbarste Ressource überhaupt, die wir haben – und als Lehrkraft scheint sie oft wie Sand durch die Finger zu rieseln. Zwischen Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen, Meetings und der Kommunikation mit Eltern bleibt oft wenig Raum für strategisches Zeitmanagement. Doch genau im Zeitmanagement liegt der Schlüssel: Wer seine Zeit effektiv managt, reduziert Stress und gewinnt mehr Kontrolle über den Berufsalltag.
Dieser Artikel zeigt dir die 7 wichtigsten Prinzipien des Zeitmanagements. Mit diesen Tipps kannst du deinen Fokus steigern, Produktivität maximieren und deine Arbeitszeit so strukturieren, dass auch Zeit für dich selbst bleibt.

Prinzip 1: Prioritäten setzen
Du solltest das Pareto-Prinzip (80/20-Regel) im Schulalltag unbedingt anwenden. Wusstest du, dass 20 % deiner Aufgaben oft 80 % des Erfolgs ausmachen? Als Lehrkraft bedeutet das: Konzentriere dich auf die Tätigkeiten, die den größten Einfluss haben, und lass dich nicht von Kleinigkeiten ablenken. Nutze dein Zeitmanagement zu deinem Vorteil. Zusätzlich solltest du in Kombination mit dem Pareto-Prinzip die Eisenhower-Matrix anwenden. Dies ist eine einfache Methode, um Aufgaben gezielt zu priorisieren, in dem die Aufgaben in dringend und wichtig kategorisiert werden.
Praktischer Tipp
- Plane jeden Morgen 10 Minuten ein, um deine Tagesaufgaben nach dem Pareto-Prinzip und der Eisenhower-Matrix zu sortieren.
- Setze dir klare Deadlines für die wirklich wichtigen Aufgaben deines Tages und blockiere dir dafür bewusst ungestörte Zeit in deinem Kalender.
| Kategorie | Beispiel |
| Dringen und wichtig | Kassenarbeit korrgieren, Elternabend vorbereiten |
| Wichtig, aber nicht dringend | Unterrichtsmaterialien aktualisieren |
| Dringend, aber nicht wichtig | Kollegiumsanfrage zur Digitalität beantworten |
| Weder dringend, noch wichtig | Lange Diskussionen im Lehrerzimmer |
Wenn du mehr über das Thema Zeitmanagement und dessen Techniken erfahren möchtest und individuelle Beratung benötigst, freue ich mich über deine Kontaktaufnahme zu meiner 1:1-Beratung in den ersten Berufsjahren.
Prinzip 2: Zeitmanagement und Struktur durch Planung
- Langfristige Planung: Erstelle einen groben Jahresplan, in dem du wichtige Termine wie Prüfungen, Elternabende und Ferien festhältst und diese Termine fest einplanst.
- Mittelfristige Planung: Monats- und Wochenpläne helfen dir, größere Ziele in kleinere Schritte zu unterteilen und deinen Plan flexibel an deine Bedürfnisse und die Bedürfnisse deiner Schülerinnen und Schüler anzupassen.
- Tägliche Planung: Nutze die ersten 15 Minuten des Arbeitstages, um eine To-Do-Liste zu schreiben, und die letzten 15 Minuten, um deinen Tag zu reflektieren. Ich erledige beispielsweise die wichtigste und dringendste Aufgabe meines Tages morgens immer als erstes. Hierzu mache ich meine Tagesliste bereits am Abend vorher, um die Zeit morgens einzuplanen, die ich benötige, um die Aufgabe zu erledigen. Brian Tracy hat mich mit seinem Buch „Eat That Frog“ * dazu inspiriert – und dabei bin ich all die Zeit geblieben.
Dazu haben wir bereits einen Artikel geschrieben, außerdem findest du dieses Prinzip bei fast allen Tipps für ein entspannteres Lehrerleben! Zeitmanamgement ist Goal!
Hilfreiche Tools
- Digitale Optionen: Kalender, Notion, OneNote, Trello, Miro
- Analoge Kalender: Klassischer Lehrerkalender oder personalisierte Planer. Ich nutze beispielsweise den System-Schulplaner von TimeTEX in A4.*
Prinzip 3: Routinen entwickeln
Routinen helfen dir, Zeit und Energie zu sparen, da sie Entscheidungen automatisieren. Routinen schaffen Struktur für dich und deine Klassen und nehmen dabei einige der vielen Entscheidungen ab, die wir täglich treffen müssen. Somit reduzierst du die Zeit, die aktiv von dir gemanagt werden muss, deine investierte Zeit in dein aktives Zeitmanagement sinkt.
- Morgenroutine für dich: Kaffee, Stundenplan checken, kurze Atemübungen, To-Dos für den heutigen Tag anschauen und fokussieren. Erledige die erste und wichtigste To-Do sofort. Ich liebe meine Kaffeetassen und bin bei meinen Freunden schon eine kleine Berühmtheit. Du findest sie hier*.
- Ich meditiere täglich mit Andy Puddicombes Buch* und dessen Netflix-Serie „Headspace“.
- Unterrichtsrituale für dich und die Schülerinnen und Schüler: Begrüßungsritual, kurze Reflexionen, Verabschiedungsritual
- Wochenabschluss für dich: Schreibtisch aufräumen, analoge und digitale Materialien sortieren, E-Mails gebündelt beantworten, Erfolge reflektieren, notieren und feiern.
Insgesamt verbesserst du dein Zeitmanagement durch Routinen effektiv. Du nutzt sinnvolle Priorisierungstechniken, erkennst dadurch Zeitfresser und kannst diese eliminieren. Super sinnvoll sind Routinen auch deshalb, da du dir mit fest etablierten Abläufen das Grübeln sparst, was als Nächstes ansteht.
Prinzip 4: Multitasking vermeiden
Multitasking klingt effizient, ist es aber selten. Studien zeigen, dass unsere Leistung sinkt, wenn wir uns auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren. Viel sinnvoller sind stattdessen, Techniken, die deine Konzentration hochhalten und gleichzeitig Tätigkeiten, die dir Spaß machen. Ob du Multitasking auch auf Musik ausweiten willst, oder nicht, das bleibt dir selbst überlassen.
- Pomodoro-Technik: Dies ist eine Technik, bei der du z.B. 25 Minuten hoch konzentriert und ohne Ablenkungen arbeitest, gefolgt von 5 Minuten Pause, in der du dich entspannst. So hast du von einer Stunde 50 Minuten effektiv gearbeitet und 10 Minuten Pause gemacht. Ich nutze mittlerweile einen separaten Pomodoro-Timer dafür, damit ich weder am Handy, noch am Laptop Ablenkungen ausgesetzt bin. Du findest meinen Timer hier*.
- Ablenkungen minimieren: Schalte deine Benachrichtigungen am PC oder Handy aus und arbeite in einem aufgeräumten, sauberen und störungsfreien Umfeld. Das kann zum Beispiel auch in der Schule in einem Arbeitsraum sein oder zu Hause, an einem Platz, an dem du dich wohlfühlst.
Beispiel: Widme dich entweder der Korrektur einer Klassenarbeit oder der Beantwortung von E-Mails – aber nie beidem gleichzeitig.
Prinzip 5: Zeitfresser eliminieren
Häufige Zeitfresser im Lehrerberuf sind unnötige Meetings, unklare Aufgabenverteilung, endlose E-Mails, lange Diskussionen im Lehrerzimmer und Perfektionismus in der Unterrichtsvorbereitung. Distanziere dich davon, soweit möglich. Gehe hierfür beispielsweise als gutes Vorbild voraus, antworte auf E-Mails mit einem Termin, rufe die Person an oder fange sie im Schulhaus ab. Meetings kannst du durch eine kurze Text-Nachricht oder E-Mail mit einem Zweizeiler meist ersetzen.
- Arbeite unbedingt in Blöcken und bündle Aufgaben. Rufe E-Mails nur zu bestimmten Zeiten ab und beantworte sie alle sofort.
- Vereinbare mit Kolleginnen und Kollegen klare Prozesse, z.B. wenn du eine Klassenleitung hast, um den Zeitaufwand und Stress für alle zu reduzieren.
- Delegiere Aufgaben auf Elternvertreter, Co-Klassenlehrer, Kolleginnen und Kollegen oder Schülerinnen und Schüler – insofern das möglich ist. Oder richte dir einen entsprechenden KI-Bot als Assistenten ein.
Prinzip 6: Delegieren und Nein sagen
- Delegieren: Übertrage Aufgaben, die Schüler:innen übernehmen können, wie das Führen des Klassenbuchs oder die Organisation von Projekten.
- Nein sagen lernen: Es ist in Ordnung, Aufgaben abzulehnen, die deinen Fokus stören oder nicht in deinen Verantwortungsbereich fallen.
Beispiel: Wenn dich eine Kollegin bittet, ihre Vertretung zu übernehmen, du aber dieses Zeitfenster bereits für eine wichtige und dringende Aufgabe reserviert hast, solltest du freundlich ablehnen.
Prinzip 7: Selbstfürsorge einplanen
Nur wenn du dich gut um dich selbst kümmerst, kannst du auch langfristig leistungsfähig bleiben, daher ist Selbstfürsorge sehr wichtig. Leider kann dies niemand für dich übernehmen, so dass du dafür alleine verantwortlich bist.
Tipps für Selbstfürsorge:
- Plane Pausen bewusst ein: Eine Tasse Tee im Lehrerzimmer oder ein kurzer Spaziergang können Wunder wirken.
- Nutze Micro-Breaks, um dich zwischen Unterrichtseinheiten zu entspannen.
- Schaffe dir einen bequemen Arbeitsplatz, an dem du dich wohlfühlst. Beispielsweise kannst du in einen neuen Schreibtisch*, einen neuen Bürostuhl* und neue Regale* investieren, wenn du dich bislang an deinem Arbeitsplatz unwohl fühlst. Ich nutze auch gern Duftkerzen* im Winter, eine Tageslichtlampe*, koche mir einen Tee habe eine Zitat für die Motivation* und Pflanzen*.
- Nutze Stressbewältigungstechniken, wie zum Beispiel Meditation, Achtsamkeitsübungen und Journaling. Ich meditiere täglich mit meiner Lieblingsapp und Netflix-Serie „Headspace“. Außerdem nutze ich dieses Buch* für mein tägliches Journaling.
Fazit
Zeitmanagement ist eine erlernbare Fähigkeit, die dir helfen kann, mehr aus deinem Schulalltag herauszuholen und dabei deine Gesundheit zu schützen. Die 7 Prinzipien bieten dir eine solide Grundlage, um deine Zeit besser zu strukturieren und den Überblick zu behalten.
Wenn du Unterstützung bei der Umsetzung deines Zeitmanagement benötigst, kannst du gerne bei uns ein Erstgespräch für unsere 1:1 Beratung bei der Begleitung in den ersten Berufsjahren ausmachen.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Klingt skurril, aber mache eine Pause. Atme durch, mache einen Spaziergang, nimm dir ein leeres Blatt Papier und notiere alles, was dich belastet und was von dir gefordert wird. Priorisiere und eliminiere unnötige Aufgaben und Aufgaben, die für dich persönlich aktuell weder wichtig noch dringend sind. Denke daran, dass nicht alles perfekt sein muss. Nutze verschiedene Techniken, wie beispielsweise die Pomodoro-Technik, das Pareto-Prinzip und die Eisenhower-Technik.
Es hilft dir, den Überblick zu behalten, Stress zu reduzieren und deine Ziele effizienter zu erreichen.
10–30 Minuten reichen aus, um deinen Tag und deine Woche zu strukturieren. Dabei sparen dir die investierten Minuten ein vielfaches der Zeit über den Tag hinweg.
Notion oder Microsoft Kalender für Termine, Trello, Miro oder Notion für Projekte und analoge Planer für die Übersicht.
Beginne mit kleinen Schritten und mache sie zu festen Ritualen in deinem Alltag. Teste aus, ob diese Routine überhaupt zu dir passt. Alle Routinen der Welt bringen dir persönlich nichts, wenn du dich nicht damit identifizieren kannst und wohlfühlst.