Zeitungsartikel im Unterricht

Heute möchte ich mit dir darüber sprechen, wie du verschiedene Zeitungsartikel am Beispiel der Spiegel Plus*-Artikel im Unterricht verwenden kannst. Dafür habe ich ein Spiegel Abo. Die unterschiedlichsten Artikel bieten nicht nur spannende Einblicke in verschiedene aktuelle Themen, sondern regen auch zu kritischem Denken, politischer Partizipation und Diskussionen an. Ich werde dir drei konkrete Beispiele vorstellen, wie du aktuelle Artikel im Fach Geschichte, Biologie und Geographie einsetzen kannst. Viel Spaß beim Ausprobieren!

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Warum Zeitschriften im Unterricht?

Es gibt eine Vielzahl von Gründen, aktuelle Zeitschriftenartikel mit den Schülerinnen und Schülern zu behandeln. Hier meine 5 liebsten:

  1. Praxisnahe Anwendung von Wissen: Zeitungsartikel ermöglichen es Schülerinnen und Schülern, theoretische Konzepte aus dem Unterricht in realen Kontexten anzuwenden und zu verstehen. Dies erhöht das Erfassen des Lebensweltbezugs und Erhöht die Relevanz des Unterrichtsthemas für das eigene Leben.
  2. Interdisziplinäre Verknüpfungen: Durch die Auswahl von Artikeln aus verschiedenen Themenbereichen können Schülerinnen und Schüler interdisziplinäre Verbindungen zwischen verschiedenen Fächern herstellen und ein ganzheitliches Verständnis entwickeln. Besonders cool wird das natürlich dann, wenn du dich mit einem oder zwei weiteren Kolleginnen oder Kollegen zusammenschließt. Wenn ihr zum Beispiel an einem Tag alle zwei oder drei den gleichen Artikel im Unterricht mit einem anderen Schwerpunkt oder einer anderen Perspektive behandelt, ist das besonders großartig.
  3. Förderung von Medienkompetenz: Der Umgang mit Zeitungsartikeln stärkt die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler, indem sie lernen, Informationen kritisch zu hinterfragen, Quellen zu überprüfen und unterschiedliche Standpunkte zu analysieren. Für Schülerinnen und Schüler ist es außerdem wichtig zu wissen, dass es noch seriöse Quellen gibt, auf die sie sich verlassen können.
  4. Aktualität und Relevanz: Aktuelle Themen in Zeitungsartikeln sprechen die Interessen der Schülerinnen und Schüler an und machen den Unterricht lebendig und relevant für ihr tägliches Leben. Die Aktualität begeistert Schülerinnen und Schüler und zeigt, dass du als Lehrkraft Lust hast, Unterricht nur für sie vorzubereiten. Und da es wirklich schnell geht mit der Suchfunktion (10 Minuten), lohnen sich für mich die Vorteile auf jeden Fall!
  5. Stärkung von Diskussions- und Argumentationsfähigkeiten: Die Behandlung von aktuellen Themen in Zeitungsartikeln fördert die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler, ihre Meinungen zu äußern, andere Perspektiven kennen zu lernen, Argumente zu entwickeln, die Qualität von Argumenten bewerten zu können und konstruktiv über komplexe gesellschaftliche Fragen zu diskutieren. Eine Fähigkeit, die in Zukunft immer wichtiger wird.

1. Zeitungsartikel im Unterricht | Geschichte

Der Spiegel Plus-Artikel „Mythencheck: Waren Germanen groß, blond und blauäugig?„ bietet vielfältige Möglichkeiten für den Unterricht. Indem wir historische Mythen und Geschichtsbilder hinterfragen, dies mit wissenschaftlichen Belegen vergleichen und eine Analyse durchführen, können wir unseren Schülerinnen und Schülern ein breites Verständnis für komplexe Themen vermitteln und sie dazu anregen, kritisch zu denken und selbstständig zu recherchieren.

Ich arbeite am Beispiel dieses Zeitungsartikels im Unterricht mit einer 10. Klasse an der Frage, wie eigentlich Geschichtsbilder entstehen, warum sie manchmal nicht durch wissenschaftliche Fakten belegt werden können, wem die Geschichtsbilder nutzen und worin die Gefahr eines falschen Geschichtsbildes liegen kann.

Verlaufsplan

Unterrichts-phaseInhaltMaterialien
EinstiegÜberschrift des Artikels
Gedanken zum Zeitungsartikel als Stundeneinstieg
– Ausschnitt des Zeitungsartikels zeigen: „Waren Germanen groß, blond und blauäugig?“ meist funktioniert dies als Stummer Impuls.
– ansonsten geführtes Unterrichtsgespräch mit möglichen Impulsen: Beschreibt die Vorstellung, die ihr über Germanen habt. 
Stellt Vermutungen an, woher diese Vorstellungen stammen.
Zeitungsartikel von Spiegel +
LeitfrageInwieweit besteht unser Geschichtsbild der Germanen aus Stereotypen, die aus unterschiedlichen Quellen stammen? 
TransparenzZiel der Stunde: 
– Begriffsklärung „Geschichtsbild, „Stereotyp“ / ggf. „Mythos“
– Erfassen des Geschichtsbildes über Germanen
– Herausfinden, woher diese Vorstellungen kommen
– Reorganisation des Fachwissens über Germanen (wissenschaftlich belegt)
– Vergleich des Geschichtsbildes des Germanen mit der wissenschaftlichen Basis
 
ErarbeitungErfassen des Geschichtsbildes
– Artikel Teil 1 lesen und herausarbeiten, wie der Germane i.d.R. beschrieben wird.

Ursache des Geschichtsbildes
– mit zusätzlichen Informationen finden die SuS heraus, woher dieses Geschichtsbild kommt (z.B. Zeitschriften, Comics, Fernsehsendungen, Ideologie des Nationalsozialismus, fehlende Forschungsdaten, Bücher und Schriften)

Reorganisation des Fachwissens über Germanen
– Artikel Teil 2 lesen und herausarbeiten, was über den Germanen wissenschaftlich bekannt ist. 
– zusätzliche Informationen über die GermanenDie zusätzlichen Informationen können zum Beispiel aus diesem Spiegel + Artikel gewonnen werden oder aus Fachliteratur, zum Beispiel diesem Buch von Fischer-Fabian*.
 Partnerarbeit   Spiegel +Artikel in zwei Hälften teilen Fachliteratur oder weitere Spiegel + Artikel 
SicherungVergleich des Geschichtsbildes des Germanen mit der wissenschaftlichen Basis
– tabellarische Gegenüberstellung des Geschichtsbildes und den Belegen/ der Widerlegung aus der Fachwissenschaft
Plenum 
Problem-atisierungProblematisierung der Abweichung zwischen Geschichtsbild und der Wissenschaft
Verschiedene Impulse, z.B.
– Worin liegt das Problem, wenn Geschichtsbilder nicht mit wissenschaftlichem Fachwissen belegt werden können? 
– Welche Gefahren liegen in Geschichtsbildern, welche in Konkurrenz zu Fakten stehen? 
– Wer profitiert von diesem Geschichtsbild?
– Wie kann dieses Problem gelöst werden? 
– Warum ist das so wichtig, sich damit auseinanderzusetzen? – Welche weiteren Beispiele gibt es für inkorrekte Geschichtsbilder?…
 
Verlaufsplan zur Unterrichtsstunde mit dem Spiegel + Artikel.

Einstieg mit dem Titel des Zeitungsartikels „Waren Germanen groß, blond und blauäugig?“

Einstieg mit dem Titel des Zeitungsartikels „Waren Germanen groß, blond und blauäugig?“ (Spiegel).

2. Zeitungsartikel im Unterricht | Biologie

In der Biologie geht es nicht nur um die allgemeine Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers, sondern auch um die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und deren Auswirkungen auf die Medizin. In dieser Unterrichtsstunde werden Schülerinnen und Schüler anhand eines Zeitungsartikels „Frauen werden anders krank als Männer“ auf die geschlechtsspezifische Medizin aufmerksam gemacht. Die Diskussion über die Geschichte eines Mannes mit Brustkrebs führt zu der Leitfrage: „Inwiefern unterscheidet sich die Medizin in Bezug auf Mann und Frau?“ Durch die Analyse des Artikels und die Erarbeitung von Beispielen für geschlechtsspezifische Unterschiede werden die Schülerinnen und Schüler für dieses Thema sensibilisiert. Die Sicherung im Plenum ermöglicht es, die gesammelten Informationen zu diskutieren und zu reflektieren. In der Vertiefungsphase werden die Schüler angeregt, über die Notwendigkeit und die zukünftigen Auswirkungen der geschlechtsspezifischen Medizin nachzudenken, dabei liegt der Fokus auf den biologischen Aspekten.

Verlaufsplan

Unterrichts-phaseInhaltMaterialien
EinstiegGeschichte aus dem Artikel 
Teil aus dem Zeitungsartikel als Stundeneinstieg vorlesen
Ausschnitt des Zeitungsartikels vorlesen: „Frauen werden anders krank als Männer“ Peter-Klaus Rambow erkrankt an Brustkrebs, doch er bekommt zunächst eine Fehldiagnose, da er ein Mann ist. Mammakarzinome sind bei Männern selten, auf 99 Patientinnen kommt nur ein Mann, der meist 10 Jahr später erkrankt. Bei der Kontrolluntersuchung wird er oft als Frau aufgerufen, auf den Infozetteln steht „Liebe Patientinnen“. Davon fühlt er sich diskriminiert.

Impulse
– Nehmt Stellung zu der Geschichte.
– Leitet daraus die Leitfrage für die heutige Stunde ab.
Zeitungsartikel von Spiegel +
LeitfrageInwiefern unterscheidet sich die Medizin in Bezug auf Mann und Frau?
TransparenzZiel der Stunde: 
– Geschlechtsspezifische Medizin
– Norm des männlichen Körpers in der Medizin (Beispiel Herzinfarkt bei Frauen)
– Beispiele für medizinische Unterschiede bei Mann und Frau
– Folgen geschlechtsspezifischer Medizin
 
ErarbeitungGeschlechtsspezifische Medizin
– Unterschiede zwischen Mann und Frau
– Männlicher Körper als medizinische Norm
– Beispiele für geschlechtsspezifische Unterschiede
– Folgen, die sich insbesondere für die Frau daraus ergeben
 Spiegel + Artikel  / Fachliteratur
SicherungSicherung im Plenum
– Zusammentragen der InformationenDiskussion
  
VertiefungDiskussion
Ist geschlechtsspezifische Medizin notwendig? 

Folgen
Welche Folgen hat das für die Zukunft, sich der geschlechtsspezifischen Medizin zu widmen?
 
Verlaufsplan zur Unterrichtsstunde mit dem Spiegel + Artikel.

3. Zeitungsartikel im Unterricht | Geographie

Der Spiegel+ Artikel „Superstürme bedrohen den Panamakanal“ kann vielfältig und fächerübergreifend eingesetzt werden. Ich setze den Schwerpunkt in dieser Unterrichtsstunde auf die Geographie, da Klimawandel und Superstürme im Mittelpunkt stehen, wobei der Panamakanal bedeutend für den Welthandel ist. Daher kann es sehr gut mit Wirtschaft oder Gemeinschaftskunde vernetzt werden, da die Alternative zum Panamakanal der Schiffsweg um das Kap Hoorn in Chile wäre, welcher doppelt so lang ist und folglich viel mehr Treibstoff benötigt. Durch die Analyse des Zeitungsartikels im Unterricht über die Bedrohung des Panamakanals durch Superstürme werden die Schülerinnen und Schüler sensibilisiert für die Auswirkungen des Klimawandels auf die Infrastruktur und die Bedeutung von geographischen Handelsrouten. Sie verstehen die ökonomischen und ökologischen Unterschiede und Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel für die internationale Zusammenarbeit und den Umweltschutz.

Verlaufsplan

Unterrichts-phaseInhaltMaterialien
EinstiegÜberschrift des Artikels
Gedanken zum Zeitungsartikel als Stundeneinstieg

Ausschnitt des Zeitungsartikels zeigen: „Superstürme bedrohen den Panamakanal“ 

– meist funktioniert dies als Stummer Impuls.
– ansonsten geführtes Unterrichtsgespräch mit möglichen Impulsen:
 – Stellt Vermutungen an, welche Ursachen die Superstürme im Panamakanal haben könnten.
– Nenne mögliche Folgen, die Superstürme im Panamakanal haben könnten
Zeitungsartikel von Spiegel +
LeitfrageInwieweit bedrohen Superstürme den Panamakanal und welche Ursachen könnten diese extremen Wetterereignisse haben?
TransparenzZiel der Stunde: 
– Verortung des Panamakanals
– Bedeutung des Panamakanals für den Welthandel
– Einschätzung, wie realistisch Superstürme im Panamakanal sind
– Potenzielle Folgen von Superstürmen
 
Erarbeitung IBedeutung des Panamakanals
– Verortung
– Recherche über die Bedeutung als wichtige Handlesroute
– Erfahrung mit Superstürmen im Panamakanal (Spiegel + Artikel)
– Wahrscheinlichkeit solcher Ereignisse
 Partnerarbeit Spiegel + Artikel
Sicherung IBesprechung der bisherigen Ergebnisse im Plenum
Sammeln der Daten in OneNote
 
Erarbeitung IIPotenzielle Folgen von Superstürmen
Gruppenarbeit zur Analyse der potenziellen Folgen von Superstürmen für den Panamakanal und die umliegenden Regionen
 Gruppen-arbeit
Sicherung IIPräsentation der Gruppenergebnisse
Anschließende Diskussion über die verschiedenen Standpunkte und Einschätzungen
 Schüler-präsentation
VertiefungWie umgehen damit?
– Entwicklung von Maßnahmen zur Vorbereitung auf und Bewältigung von Superstürmen im Panamakanal
– Verknüpfung mit dem Thema Klimawandel
– Diskussion über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Häufigkeit und Intensität von Superstürmen weltweit
 
Verlaufsplan zur Unterrichtsstunde mit dem Spiegel + Artikel.

Warum Spiegel +?

  • Immer top aktuelle Themen, die sofort im Unterricht eingesetzt werden können.
  • Tolle Transfer oder Vertiefungsmöglichkeiten für (fast) jede Unterrichtsstunde
  • Schülerinnen und Schüler werden in unzähligen Kompetenzen gefördert, welche unglaublich relevant für ihr Leben sind. Dazu zählt z.B. kritisches Denken, Reflexion der eigenen Sichtweisen, Empathie, Multiperspektivität, Argumentationslinien usw.
  • Die E-Mail morgens mit den aktuellen Nachrichten ist für mich super, weil ich immer top vorbereitet bin und auf aktuelle Fragen der Schülerinnen und Schüler antworten kann.
  • Seriöser Journalismus unterstützen, der in der heutigen Zeit immer schwieriger zu finden wird. Es sind sehr gut recherchierte Informationen, auf die Verlass ist und sich als Quellenangabe immer eignet.
  • Zeitungsartikel im Unterricht bieten eine abwechslungsreiche Möglichlichkeit das Interesse der Schülerinnen und Schüler an Zeitungen zu fördern.

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